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Fellwechsel

2018-09-26 09:14:00 / Gesundheit
Fellwechsel - Fellwechsel bei Hund und Katze – Tipps, Dauer & Unterstützung

Fellwechsel bei Hund und Katze – eine haarige Zeit

Das kennt wohl jeder Hunde- und Katzenhalter: die haarige Zeit des Fellwechsels.
Zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst, setzt der Fellwechsel ein – und mit ihm beginnt in vielen Haushalten ein täglicher Kampf gegen lose Haare, bei dem so mancher Staubsauger schon kapituliert hat.

In der Regel findet der Fellwechsel bei Hunden und Katzen zweimal jährlich, im Frühjahr und im Herbst, statt. In diesen Phasen verlieren unsere Tiere deutlich mehr Haare als gewöhnlich, da sich das Haarkleid an die veränderten Umweltbedingungen anpasst.

Die Ausprägung des Fellwechsels ist jedoch sehr individuell. Sie hängt unter anderem von der Rasse, dem Felltyp und insbesondere davon ab, wie viel Unterwolle grundsätzlich vorhanden ist. Tiere mit dichter Unterwolle zeigen meist einen deutlich intensiveren Fellwechsel als kurzhaarige Rassen ohne Unterfell.

Auch der Hormonstatus beeinflusst den Fellwechsel. Kastrierte Hunde und Katzen haaren häufig stärker und oftmals nicht nur saisonal, sondern ganzjährig. Der Grund dafür liegt in hormonellen Veränderungen, die den natürlichen Haarzyklus beeinflussen können. Bei Hündinnen ist zudem zu beobachten, dass es hormonell bedingt vor oder nach einer Trächtigkeit zu einem verstärkten Fellwechsel kommt.

Ebenso spielt die Ernährung eine Rolle. Viele Hunde- und Katzenhalter berichten, dass der Fellwechsel nach einer Umstellung auf BARF schneller, gleichmäßiger und insgesamt weniger belastend verläuft.

Bei Tieren, die ganzjährig zu vermehrtem Haarverlust neigen, fällt der saisonale Fellwechsel oft weniger deutlich auf als bei Tieren, die über das Jahr hinweg nur wenig haaren. Dennoch stellt auch bei ihnen der Fellwechsel eine stoffwechselaktive Phase dar, in der der Nährstoffbedarf erhöht sein kann.

Welchen Sinn hat der Fellwechsel?

Der Fellwechsel ist enorm wichtig für unsere Tiere. Durch die an die jeweilige Jahreszeit angepasste Fellstruktur kann die Körpertemperatur effektiv reguliert werden. Während im Sommer ein leichteres, luftigeres Fell für eine bessere Wärmeabgabe sorgt, benötigen Hund und Katze im Winter ein dichteres Haarkleid, um sich zuverlässig vor Kälte und Nässe zu schützen. Der Fellwechsel ist somit ein essenzieller Bestandteil der natürlichen Thermoregulation.

Der Fellwechsel lässt sich nicht verhindern und das ist aus den genannten Gründen genau richtig so. Er ist eine clevere Einrichtung der Natur, auch selbst wenn er für uns Halter mit einer erhöhten Menge an Haaren im Wohnraum einhergeht. Gerade in dieser Zeit zeigt sich oft, dass Staubsauger und Fellbüschel keine Gegner auf Augenhöhe sind und die Fellbüschel scheinen erstaunlich häufig die Oberhand zu behalten.

Während des Fellwechsels kann die äußere Erscheinung des Tieres vorübergehend leiden. Das Fell wirkt oft ungleichmäßig, stellenweise stumpf oder weniger gepflegt. Auch Veränderungen der Fellfarbe sind keine Seltenheit. So schimmern abgestoßene Haare bei schwarzen Hunden beispielsweise häufig rötlich, was die gesamte Felloptik kurzfristig verändert. Dieses Phänomen ist physiologisch bedingt und in der Regel harmlos.

Bei manchen Hunden kommt es während des Fellwechsels zusätzlich zu schuppiger Haut, die auch von Juckreiz begleitet sein kann. Der Fellwechsel stellt für die Haut und den gesamten Organismus eine stoffwechselintensive Phase dar, in der Hautzellen, Haarfollikel und das Immunsystem besonders gefordert sind. Schuppenbildung und temporäre Farbveränderungen gehören daher zu den typischen und meist normalen Begleiterscheinungen des Fellwechsels.

Wann findet der Fellwechsel statt?

Im Frühjahr beginnen Hunde und Katzen, ihr dichtes Winterfell abzustoßen, um sich auf die steigenden Temperaturen im Sommer vorzubereiten. Der Beginn des Fellwechsels ist dabei nicht an ein festes Datum gebunden. Er wird sowohl von der Temperaturentwicklung des Jahres als auch von der individuellen Fellbeschaffenheit des einzelnen Tieres beeinflusst. Aus diesem Grund lässt sich kein allgemeingültiger Zeitpunkt für den Start des Fellwechsels festlegen.

Sobald im Frühling die Tage länger und wärmer werden, setzt der Fellwechsel ein. In der Regel dauert der Frühjahrsfellwechsel etwa sechs bis acht Wochen, kann bei manchen Tieren jedoch auch etwas kürzer oder länger ausfallen. Entscheidender Auslöser ist dabei weniger die Außentemperatur selbst, sondern vor allem die zunehmende Tageslichtdauer, die über hormonelle Prozesse den Haarzyklus steuert.

Werden die Tage nach dem Sommer wieder kürzer und kühler, beginnt im Herbst der zweite Fellwechsel. In dieser Phase wird das luftigere Sommerfell abgestoßen, um Platz für das wärmende Winterfell mit dichter Unterwolle zu schaffen. Auch dieser Fellwechsel verläuft individuell und kann je nach Tier unterschiedlich intensiv ausfallen.

In der Regel ist der Fellwechsel im Frühjahr stärker ausgeprägt und dauert länger als der im Herbst. Der Grund dafür liegt in der deutlich dichteren Struktur des Winterfells, das im Frühjahr vollständig erneuert werden muss. Der Herbstfellwechsel verläuft hingegen oft gleichmäßiger und weniger auffällig.

Wie kann ich mein Tier im Fellwechsel unterstützen?

Der Fellwechsel bei Hund und Katze kann sowohl äußerlich als auch innerlich gezielt unterstützt werden. Eine sinnvolle Kombination aus Fellpflege und bedarfsgerechter Versorgung hilft dem Organismus, diese stoffwechselaktive Phase besser zu bewältigen.

Äußerlich stellt regelmäßiges Kämmen und Bürsten eine effektive Unterstützung dar, um den Fellwechsel zu erleichtern und zu beschleunigen. Durch das Entfernen loser Haare wird der Körper entlastet, da abgestorbenes Fell nicht mehr selbst abgestoßen werden muss. Ein angenehmer Nebeneffekt: Was ausgekämmt wird, landet nicht auf Teppichen, Kleidung oder Sofa.

Darüber hinaus fördert das Kämmen die Durchblutung der Haut, was die Versorgung der Haarfollikel verbessert und die Neubildung des Haarkleids unterstützen kann. Wie häufig gekämmt werden sollte, hängt stark von der Fellbeschaffenheit des jeweiligen Tieres ab. Rassen mit langem Fell oder dichter Unterwolle benötigen deutlich häufigere Pflege als kurzhaarige Tiere mit wenig oder keiner Unterwolle. Besonders während des Frühjahrsfellwechsels ist regelmäßiges Kämmen sinnvoll, um die dichte Winterunterwolle zügig zu entfernen.

Allerdings sollte das Kämmen auch nicht übertrieben werden. Zu häufiges oder zu intensives Bürsten kann die Haut zusätzlich reizen und langfristig sogar die Fellstruktur beeinträchtigen. Ziel der Fellpflege im Fellwechsel ist es, den natürlichen Prozess zu unterstützen – nicht, ihn durch übermäßige mechanische Reize zu belasten.


Exkurs: Hundehaare als Nistmaterial?

Nicht selten sieht man beim Spaziergang im Frühling oder auch im Herbst Büschel mit ausgekämmten Hundehaaren auf Wegen und Wiesen. Sicherlich geschieht das in bester Absicht und nicht aus dem Grund, die "Sauerei" aus den eigenen vier Wänden zu halten - viele Menschen sind der Ansicht, dass Tierhaare ein hervorragendes Nistmaterial für Wildvögel seien. Das ist allerdings ein Irrglaube, Tierhaare als Nistmaterial kann für Wildvögel eine große Gefahr sein und sogar zum Tod führen. Ausführlich erklärt das der NABU in seinem Artikel: Hundehaare taugen nicht für Vogelnester

Es spricht natürlich nichts dagegen den Hund im Freien zu kämmen, die ausgebürsteten Haare sollten dann allerdings eingesammelt und entsorgt werden.


Innerlich spielt vor allem die Ernährung eine zentrale Rolle im Fellwechsel. Die Neubildung von Haut und Haaren ist ein energie- und nährstoffintensiver Prozess, bei dem der Organismus auf eine ausreichende Versorgung mit essenziellen Bausteinen angewiesen ist.

Eine bedarfsgerechte Zufuhr hochwertiger Proteine ist dabei besonders wichtig, da Haare überwiegend aus Keratin bestehen, einem Strukturprotein. Bei der Fütterung mit BARF ist dieser Aspekt in der Regel gut abgedeckt, sofern nach dem klassischen Beutetierschema gefüttert wird und alle relevanten tierischen Bestandteile enthalten sind. Entscheidend ist dabei nicht nur die Proteinmenge, sondern vor allem die Aminosäurequalität.

Zusätzlich kann der Fellwechsel durch gezielte Futterergänzungen sinnvoll unterstützt werden. Besonders relevant sind hierbei B-Vitamine, die am Energiestoffwechsel der Hautzellen beteiligt sind, sowie Zink, das eine wichtige Rolle bei der Zellteilung und der Funktion der Haarfollikel spielt. Auch essenzielle Fettsäuren, insbesondere Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, tragen zur Stabilität der Hautbarriere, zur Fellqualität und zu einem gesunden Glanz des Haarkleids bei.

Darüber hinaus können auch ausgewählte Kräuter den Hautstoffwechsel ernährungsphysiologisch unterstützen. Sie liefern sekundäre Pflanzenstoffe, die den Organismus in dieser stoffwechselaktiven Phase begleiten und den Fellwechsel insgesamt erleichtern können.

Futterergänzungen im Fellwechsel

Bierhefe im Fellwechsel

Die Bierhefe ist wohl die bekannteste Futterzugabe im Fellwechsel. Sie ist von Natur aus reich an B-Vitaminen, insbesondere an B1, B2, B6 und Biotin, sowie an essenziellen Aminosäuren, die für die Haut- und Haarneubildung eine zentrale Rolle spielen. Kurweise während des Fellwechsels eingesetzt, kann Bierhefe dazu beitragen, den Prozess gleichmäßiger und reibungsloser ablaufen zu lassen.

Besonders sinnvoll ist es, mit der Bierhefe-Kur bereits vor dem sichtbaren Beginn des Fellwechsels zu starten, idealerweise dann, wenn sich die jahreszeitlichen Veränderungen wie steigende oder sinkende Temperaturen und längere bzw. kürzere Tage abzeichnen. So stehen dem Organismus die benötigten Nährstoffe rechtzeitig zur Verfügung, bevor die intensive Haarneubildung einsetzt. Verwendet werden sollte dabei reine Bierhefe ohne zusätzliche Zusätze, um die Verträglichkeit möglichst hoch zu halten.

Wichtig für empfindliche Tiere und Allergiker: Bierhefe ist für Allergiker nur eingeschränkt geeignet. Insbesondere bei Tieren, die zu Hefepilzproblemen neigen oder bei denen bereits Malassezien-Infektionen eine Rolle gespielt haben, kann Bierhefe kontraproduktiv wirken. In solchen Fällen besteht die Gefahr, dass die Vermehrung von Hefepilzen begünstigt wird, was Hautprobleme und Juckreiz verstärken kann. Hier sollten alternative B-Vitamin-Quellen gewählt werden.

Vitamin B-Komplex im Fellwechsel

Da Bierhefe vor allem aufgrund ihres hohen Gehalts an B-Vitaminen im Fellwechsel eingesetzt wird, liegt es nahe, bei empfindlichen oder allergischen Tieren auf eine Bierhefe-Alternative in Form eines B-Komplexes zurückzugreifen. Ein hochwertiger Vitamin B-Komplex liefert die relevanten B-Vitamine gezielt und ohne Hefebestandteile und ist daher häufig besser verträglich.

Die B-Vitamine sind im Fellwechsel besonders wichtig, da sie an der Energieversorgung der Hautzellen, der Zellteilung sowie an der Bildung von Keratin beteiligt sind. Sie unterstützen damit direkt die Neubildung von Fell und Haut. Im Gegensatz zur Bierhefe lassen sich B-Vitamine über einen B-Komplex exakt dosieren, was vor allem bei sensiblen Tieren oder bei bereits bekannten Hautproblemen von Vorteil ist.

Ein weiterer Vorteil eines B-Komplexes liegt darin, dass die einzelnen B-Vitamine in einem abgestimmten Verhältnis vorliegen. Da sie im Stoffwechsel eng zusammenarbeiten, ist eine kombinierte Zufuhr in vielen Fällen sinnvoller als die Gabe einzelner Vitamine. Gerade im Fellwechsel kann ein B-Komplex helfen, den Prozess gleichmäßiger zu gestalten und Begleiterscheinungen wie stumpfes Fell oder schuppige Haut zu reduzieren.

Da B-Vitamine wasserlöslich sind, eignet sich ein B-Komplex gut für eine kurweise Anwendung während des Fellwechsels. 

Biotin im Fellwechsel

Auch Biotin (Vitamin B7) kann eine sehr gezielte und effektive Ergänzung im Fellwechsel sein. Biotin ist ein wasserlösliches B-Vitamin, das eine zentrale Rolle bei der Keratinbildung spielt – dem Strukturprotein, aus dem Haare, Haut und Krallen bestehen. Eine ausreichende Biotinversorgung unterstützt die Hautgesundheit, einen gleichmäßigen Haarzyklus und ein glänzendes Fell. Ein Biotinmangel kann sich durch stumpfes Fell, Schuppenbildung und Haarausfall bemerkbar machen, weil Haut und Haare auf diese Mikronährstofflücke empfindlich reagieren.

Speziell im Fellwechsel, wenn der Körper vermehrt neue Haare bildet, kann eine ergänzende Gabe von Biotin sinnvoll sein, um den Stoffwechsel der Hautzellen zu unterstützen und den natürlichen Erneuerungsprozess zu fördern. Anders als reine Biotin-Einzelpräparate bietet ein Biotin-Komplex mit Biotin, Zink und Methionin eine abgestimmte Kombination, die Haut, Fell und auch Krallen ganzheitlich und synergistisch versorgt.

Fischöl im Fellwechsel

Ein hochwertiges Fischöl sollte grundsätzlich ein fester Bestandteil eines ausgewogenen BARF-Plans sein. Besonders im Fellwechsel kann es jedoch sinnvoll sein, die Zufuhr vorübergehend zu erhöhen, um dem Organismus zusätzliche essenzielle Fettsäuren bereitzustellen.

Fettsäuren sind ein zentraler Bestandteil des allgemeinen Stoffwechsels und spielen eine entscheidende Rolle im Haut- und Fellstoffwechsel. Sie unterstützen die Stabilität der Hautbarriere, wirken entzündungsmodulierend und tragen maßgeblich zu einem glänzenden, widerstandsfähigen Fell bei. Gerade während des Fellwechsels, wenn Haut und Haarfollikel besonders gefordert sind, steigt der Bedarf an diesen Nährstoffen.

Bei der Auswahl eines Fischöls sollte besonders auf einen hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren geachtet werden, insbesondere auf EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure). Diese langkettigen Omega-3-Fettsäuren sind biologisch besonders wirksam und für Hund und Katze direkt verwertbar.

Wichtig ist zudem, dass Fischöl immer in Kombination mit Vitamin E gefüttert wird. Vitamin E schützt die empfindlichen Omega-3-Fettsäuren vor Oxidation, verlängert die Haltbarkeit des Öls und ist gleichzeitig ein essenzieller Cofaktor bei der Verstoffwechselung von Fettsäuren im Körper. Am praktischsten sind daher Öle, die schon beim Kauf Vitamin E enthalten.

Nachtkerzenöl im Fellwechsel

Besonders wenn Schuppen auftreten (auch außerhalb des Fellwechsels) ist Nachtkerzenöl eine sinnvolle Ergänzung zur Unterstützung. Es liefert wertvolle mehrfach ungesättigte Omega-6-Fettsäuren, vor allem Linolsäure und Gamma-Linolensäure (GLA), die eine wichtige Rolle im Hautstoffwechsel spielen.

Diese Fettsäuren unterstützen die Zellerneuerung, fördern den Zellstoffwechsel der Haut und tragen zur Stabilisierung der Hautbarriere bei. Dadurch kann Nachtkerzenöl helfen, trockene, schuppige Haut zu beruhigen und den Fellwechsel insgesamt angenehmer zu gestalten. Gerade bei empfindlicher Haut kann sich der gezielte Einsatz positiv auf das Hautbild und die Fellqualität auswirken.

Nachtkerzenöl ist ein hochkonzentriertes Öl und wird daher nur in sehr kleinen Mengen, meist tropfenweise, zugefüttert. Eine Überdosierung sollte vermieden werden, da auch Omega-6-Fettsäuren in einem ausgewogenen Verhältnis zu Omega-3-Fettsäuren stehen sollten.

Wie bei allen Ölen ist auch hier die Qualität entscheidend. Bevorzugt werden sollten kaltgepresste Öle, idealerweise aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA), da sie einen höheren Gehalt an natürlichen Begleitstoffen aufweisen und weniger stark verarbeitet sind.

Auch Borretschöl ist reich an Gamma-Linolensäure und Linolsäure, ebenso eignet sich Hanföl für die Zufuhr dieser Fettsäuren. Die Wahl des Öls sollte sich dabei immer an der individuellen Hautsituation des Tieres orientieren.

Zink im Fellwechsel

Während des Fellwechsels bei Hund und Katze ist der Bedarf an Zink erhöht. Zink ist ein essenzielles Spurenelement und spielt eine zentrale Rolle bei der Zellteilung, der Regeneration der Haut sowie der Funktion der Haarfollikel. Eine gezielte Zinkzufuhr kann den Fellwechsel daher sinnvoll unterstützen und zu einer besseren Fellqualität beitragen.

Zink steht im Stoffwechsel in einer engen Wechselbeziehung zu Kupfer, da beide Spurenelemente über ähnliche Transportmechanismen aufgenommen werden. Eine kurzfristige Erhöhung der Zinkzufuhr, wie sie beispielsweise kurweise im Fellwechsel erfolgt, ist jedoch unproblematisch, auch wenn dabei kein zusätzliches Kupfer zugeführt wird.

Wenn jedoch über längere Zeiträume hinweg dauerhaft hohe Zinkmengen supplementiert werden, kann die Kupferaufnahme beeinträchtigt werden, was langfristig zu einem relativen Kupfermangel führen kann. Aus diesem Grund sollte eine erhöhte Zinkzufuhr nicht dauerhaft erfolgen, sondern zeitlich begrenzt bleiben oder im Rahmen einer insgesamt berechneten Ration erfolgen.

Alternativ können im Fellwechsel auch Kombiprodukte mit Zink und Kupfer eingesetzt werden, um beide Spurenelemente in einem ausgewogenen Verhältnis zuzuführen. Wird die Ration individuell berechnet und die Kupferversorgung bereits über das Futter ausreichend abgedeckt, kann jedoch auch dann gezielt ein reines Zinkpräparat für einen begrenzten Zeitraum ergänzt werden.

Linolsäure im Fellwechsel

Die Linolsäure ist eine essentielle Omega 6 Fettsäure, die besonders für Haut und Fell eine zentrale Rolle spielt. Da sie vom Körper nicht selbst gebildet werden kann, muss sie regelmäßig und bedarfsgerecht über die Ernährung zugeführt werden. Ein Mangel an Linolsäure kann sich – auch unabhängig vom Fellwechsel – unter anderem durch Haarausfall, glanzloses Fell und Schuppenbildung bemerkbar machen.
Daher sollte Linolsäure stets bedarfsgerecht zugeführt werden.

Im Fellwechsel kann eine erhöhte Zufuhr von Linolsäure sinnvoll sein, um den Haarwchsel zu erleichtern und die durch das vermehrte Abhaaren besonders beanspruchte Haut zu unterstützen. Linolsäure ist ein wichtiger Bestandteil der Hautbarriere und trägt dazu bei, den Feuchtigkeitsverlust der Haut zu reduzieren und ihre Widerstandsfähigkeit zu erhalten.

Linolsäure findet sich vor allem in Nüssen und Kernen, aber auch in pflanzlichen Ölen. Besonders Walnussöl besitzt einen hohen Gehalt an Linolsäure und eignet sich daher hervorragend um diese essentielle Fettsäure zuzuführen. Wie bei allen Ölen sollte auch hier auf eine hohe Qualität, idealerweise kaltgepresst, geachtet werden.

Wann ist Fellwechsel nicht mehr normal?

Auch wenn vermehrter Haarverlust im Fellwechsel grundsätzlich normal ist, gibt es Situationen, in denen genauer hingeschaut werden sollte. Ein ungewöhnlich starker oder langanhaltender Fellverlust, insbesondere außerhalb der typischen Fellwechselzeiten, kann auf ein gesundheitliches Ungleichgewicht hinweisen.

Alarmzeichen können unter anderem sein:

  • großflächiger oder plötzlich einsetzender Haarausfall
  • kahle Stellen oder deutlich ausgedünntes Fell
  • starker Juckreiz, Rötungen oder nässende Hautstellen
  • anhaltende Schuppenbildung trotz angepasster Pflege
  • Veränderungen im Allgemeinbefinden


In solchen Fällen kann neben ernährungsbedingten Ursachen auch eine hormonelle Störung, eine Allergie, ein Parasitenbefall oder eine Störung des Hautstoffwechsels vorliegen. Hält der Fellverlust ungewöhnlich lange an oder verschlechtert sich das Hautbild deutlich, sollte dies tierärztlich abgeklärt werden.

FAQ

Wie lange dauert der Fellwechsel bei Hund und Katze?

In der Regel dauert der Fellwechsel etwa sechs bis acht Wochen, kann jedoch individuell kürzer oder länger ausfallen.

Kann man den Fellwechsel verkürzen?

Der Fellwechsel selbst lässt sich nicht verhindern. Durch angepasste Pflege und eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung kann er jedoch gleichmäßiger und oft weniger intensiv verlaufen.

Ist Schuppenbildung im Fellwechsel normal?

Leichte Schuppen können während des Fellwechsels auftreten und sind meist harmlos. Halten sie jedoch länger an oder gehen mit Juckreiz einher, sollte die Ursache näher betrachtet werden.

Sollte man im Fellwechsel supplementieren?

In vielen Fällen kann eine kurweise Ergänzung sinnvoll sein, insbesondere mit Fettsäuren, B-Vitaminen, Zink oder Biotin – immer angepasst an die Fütterungsform und den individuellen Bedarf.


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