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BARF-Pansen



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BARF Pansen - schmackhafte Ergänzung der BARF-Ration

BARF-Pansen ist ein klassischer Bestandteil der Rohfleischfütterung und stammt aus den Vormägen von Wiederkäuern. Am häufigsten wird Rinderpansen verwendet, ergänzt durch Blättermagen, Lammpansen oder Ziegenpansen. Im Gegensatz zu Muskelfleisch zählt Pansen zu den strukturreichen Innereien und liefert neben Eiweiß vor allem Energie über seinen natürlichen Fettanteil. Der enthaltene Fettgehalt variiert je nach Tierart und Abschnitt deutlich, weshalb Pansen gezielt und nicht unbegrenzt eingesetzt wird.

Sein ernährungsphysiologischer Wert liegt nicht in einer nachgewiesenen probiotischen Wirkung, sondern in der Kombination aus Struktur, Energie und Akzeptanz. Besonders das enthaltene Rinderfett wirkt als Geschmacksträger und steigert die Futterannahme. Durch seine feste Konsistenz fördert Pansen den natürlichen Kauspaß, was sich positiv auf Fressverhalten und Sättigung auswirken kann. In gewolfter Form eignet sich BARF-Pansen auch für empfindliche oder ältere Vierbeiner.

 

Vor- und Nachteile von BARF-Pansen für Hund und Katze

BARF-Pansen bringt Abwechslung in den Futterplan und ergänzt klassisches Barffleisch sinnvoll, senkt zudem die Futterkosten. Vorteile sind der natürliche Fettanteil, die hohe Akzeptanz und der intensive Kauspaß, insbesondere bei stückigem Pansen oder Blättermagen. Für aktive Hunde liefert der höhere Energiegehalt eine wertvolle Ergänzung, während Katzen meist kleinere Mengen oder gar keinen Pansen erhalten.

Gleichzeitig erfordert Pansen eine bewusste Rationsgestaltung. Der teils hohe Fettgehalt und das enthaltene Rinderfett können bei übermäßiger Fütterung zu Ungleichgewichten führen. Eine belegte positive Wirkung auf die Darmflora besteht nicht, insbesondere bei gefrorenem Tiefkühlfutter. Pansen ersetzt daher keine gezielten Probiotika und sollte stets Bestandteil eines ausgewogenen Futterplans bleiben.

 

Zusammensetzung und sinnvoller Ergänzungen bei BARF-Pansen

Hauptbestandteile und ernährungsphysiologische Einordnung

Pansen besteht überwiegend aus Binde- und Muskelgewebe, vorverdauten Pflanzenresten sowie variablem Fettanteil. Blättermagen enthält meist mehr Rinderfett und zählt zu den energiereicheren Varianten. Lammpansen und Ziegenpansen gelten als etwas feiner strukturiert.


Kombination mit Muskelfleisch, Knochen und Innereien

Ein ausgewogener Mix kombiniert Pansen mit hochwertigem Muskelfleisch, zum Beispiel Rinderherz, ergänzt durch Hühnerhälse oder Wildknochen im Rahmen einer kontrollierten Knochenfütterung. Diese liefern kalziumreiche Mineralstoffe und gleichen den Mineralstoffgehalt aus.


Öle, Fette und Supplemente

Zur gezielten Ergänzung eignen sich hochwertige Öle, die essenzielle Fettsäuren liefern. Zusätzliches Rinderfett kann bei erhöhtem Energiebedarf eingesetzt werden, sollte jedoch den gesamten Fettgehalt der Ration berücksichtigen.

 

Wie kann Pansen sinnvoll ersetzt werden?

Pansen ist kein unverzichtbarer Bestandteil der BARF-Ernährung und kann ganz problemlos ersetzt werden, , wenn er nicht vertragen wird, nicht gefüttert werden soll oder nicht verfügbar ist. Seine Funktionen lassen sich durch eine Kombination aus strukturiertem Muskelfleisch, angepasstem Fettanteil und sinnvoller Abwechslung vollständig ersetzen. Entscheidend bleibt ein ausgewogener, individuell abgestimmter Futterplan – nicht der Einsatz von Pansen als einen einzelnen Rohstoffs.

Da Pansen keine gesichert probiotische Wirkung für Hunde oder Katzen hat, muss dieser Aspekt nicht ersetzt werden. Falls eine gezielte Unterstützung der Verdauung gewünscht ist, eignen sich dafür besser speziell entwickelte Probiotika.

 

Umstellung auf BARF mit ausschließlich Pansen?

Eine Umstellung auf BARF ausschließlich mit purem Pansen ist nicht empfehlenswert, da Pansen kein ausgewogenes Alleinfuttermittel darstellt. Er liefert zwar Energie über seinen natürlichen Fettanteil, enthält jedoch weder ausreichend Calcium noch ein passendes Calcium-Phosphor-Verhältnis und deckt den Bedarf an essenziellen Vitaminen und Spurenelementen nicht ab. Für den Organismus entsteht dadurch von Beginn an ein Nährstoffungleichgewicht.

Hinzu kommt, dass der Fettgehalt von Pansen stark schwankt und insbesondere fettreicher Rinderpansen oder Blättermagen den Verdauungstrakt zu Beginn der Rohfütterung überfordern kann. Gerade ungeübte Tiere reagieren auf hohe Fettmengen häufig mit weichem Kot oder Verdauungsstörungen. Die oft angenommene „Schonwirkung“ für den Darm ist zudem nicht belegt, da die im Pansen enthaltenen Mikroorganismen an Wiederkäuer angepasst sind und keine gezielte Wirkung im Verdauungssystem von Hund oder Katze haben.
Pansen gilt aufgrund seiner stark bindegewebshaltigen Struktur eher als schwerverdaulich und ist daher nicht zum Einstieg in die Rohfütterung empfehlenswert.

Für eine erfolgreiche BARF-Umstellung ist ein schrittweiser Aufbau mit gut verdaulichem Muskelfleisch, moderaten Fettmengen und frühzeitiger Mineralstoffversorgung deutlich sinnvoller. Pansen eignet sich als ergänzende Komponente innerhalb eines ausgewogenen Futterplans, nicht jedoch als alleiniger Einstieg in die Rohfütterung.


 

FAQ

Woraus besteht BARF-Pansen?

BARF-Pansen besteht aus Vormägen wie Pansen und Blättermagen, meist vom Rind, mit natürlichem Rinderfett.

Wie oft sollte man Hunde und Katzen mit BARF-Pansen füttern?

Ein bis zwei Portionen pro Woche reichen aus, um Pansen sinnvoll in den Futterplan zu integrieren. Üblicherweise macht Pansen maximal 20% des tierischen Anteils bei Hunden aus.

Warum BARF-Pansen füttern und welche Vorteile hat er?

Er liefert Energie, Struktur und Kauspaß, nicht jedoch eine gesicherte Darmflora-Verbesserung.

Wie lagere ich BARF-Pansen richtig?

Als Tiefkühlfutter tiefgefroren und luftdicht verpackt.

Welcher Pansen eignet sich am besten zum Barfen?

Ungewaschener Rinderpansen oder energiereicher Blättermagen.

 


 

Lesetipp:

Pansen in der BARF-Ration

 


Unterschied zwischen Pansen und Blättermagen

Pansen und Blättermagen sind beides Vormägen von Wiederkäuern, erfüllen jedoch unterschiedliche Funktionen und unterscheiden sich deutlich in Aufbau, Zusammensetzung und Einsatz in der BARF-Ernährung.

Der Pansen ist der erste und größte Vormagen. Er dient beim Wiederkäuer als Fermentationskammer, in der pflanzliche Nahrung durch Mikroorganismen aufgeschlossen wird. In der BARF-Fütterung besteht Pansen überwiegend aus Binde- und Muskelgewebe, vorverdauten Pflanzenresten sowie einem variablen Fettanteil. Sein Fettgehalt ist meist moderat, kann jedoch je nach Tier, Fütterung und Abschnitt schwanken. Pansen liefert vor allem Struktur, Energie und Akzeptanz und sorgt durch seine zähe Konsistenz für natürlichen Kauspaß. Eine gezielte, nachweislich positive Wirkung auf die Darmflora von Hunden oder Katzen gilt jedoch nicht als gesichert, insbesondere bei gefrorenem Tiefkühlfutter.

Der Blättermagen ist der dritte Vormagen und besitzt eine charakteristische, stark gefaltete Innenstruktur. Diese „Blätter“ entziehen dem Nahrungsbrei beim Wiederkäuer Flüssigkeit und verdichten ihn. In der BARF-Ernährung enthält Blättermagen in der Regel einen höheren Fettanteil und damit mehr Rinderfett als Pansen. Der erhöhte Fettgehalt macht ihn besonders energiereich und geschmacklich intensiv. Gleichzeitig ist seine Struktur fester und kompakter, was den Kauspaß zusätzlich steigert.

Zusammengefasst gilt: Pansen eignet sich als strukturreiche, moderat energieliefernde Ergänzung im Futterplan, während Blättermagen gezielt zur Energieanreicherung eingesetzt wird. Beide Komponenten sollten stets in Kombination mit Muskelfleisch, kalziumreichen Bestandteilen und geeigneten Ölen  gefüttert werden, um eine ausgewogene BARF-Ration sicherzustellen.