Kürbis

06.09.2018 16:15

 

Vor allem im Herbst bietet sich der frische Kürbis als saisonale und regionale Bereicherung des pflanzlichen Anteils in der Fütterung sehr gut an. Er wird dabei zum Gemüseanteil gezählt. Außerhalb der Kürbissaison stehen nur eingemachter Kürbis oder Kürbisflocken zur Verfügung.

Kürbisse sind kalorienarm und reich an Vitalstoffen – eine optimale Abwechslung in der Ration.
Es gibt über 800 Kürbisarten, jedoch eignen sich nicht alle zum Verzehr. Zierkürbisse sind ungenießbar bis giftig und damit nur eine hübsche Herbstdekoration.

Ab etwa Mitte August sind die ersten, in Deutschland angebauten Kürbisse im Handel erhältlich.
Verfüttert werden dürfen grundsätzlich alle genießbaren Speisekürbisse. Die bei uns gängigsten, essbaren Kürbisarten möchten wir hier vorstellen.

Hokkaido

Hokkaido-Kürbis

Der Hokkaido Kürbis ist wohl der beliebteste Kürbis.
Sein festes und faserarmes Fruchtfleisch ist sehr schmackhaft, aber seine Beliebtheit rührt sicherlich auch daher, dass er problemlos mit Schale zubereitet und verzehrt werden kann. Damit entfällt das lästige Schälen. Die Schale sollte allerdings gut abgewaschen werden. Bioqualität ist natürlich zu bevorzugen, wenn die Schale mitverarbeitet werden soll.
Er besitzt ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Fruchtfleisch und Kürbiskernen.
Das Gewicht des Hokkaido liegt zwischen 1 – 3kg.
Butternut Kürbis

Butternut-Kürbis

Aufgrund seiner Form wird diese Kürbisart auch als „Birnenkürbis“ bezeichnet.
Wie der Name schon verrät, ist sein Fruchtfleisch zart buttrig und schmeckt nussig. Im Vergleich zu anderen Kürbisarten, besitzt er deutlich weniger Kerne und dafür mehr Fruchtfleisch.
Grundsätzlich ist die Schale essbar, jedoch sehr hart. Selbst beim Kochen dauert es sehr lange, bis die Schale weich wird. Daher empfiehlt es sich, die Schale zu entfernen, was einfach mit einem Kartoffelschäler erledigt werden kann.
Da er sehr frostempfindlich ist, erfolgt im Freilandanbau die letzte Ernte vor dem ersten Frost. Sein Gewicht liegt zwischen 1 – 2kg.
Baby Bear Kürbis

Baby-Bear-Kürbis

Der Baby-Bear hat nur einen Durchmesser von ca. 10cm, bleibt in der Regel unter 1kg und ist damit ein sehr kleiner Vertreter unter den Kürbissen.
Er hat einen eher süßlichen Geschmack und wird daher in der menschlichen Küche gerne für Süßspeisen wie Kürbiskuchen und Konfitüren eingesetzt.
Die Schale ist sehr hart und sollte daher entfernt werden.
Sein Verhältnis zwischen Fruschtfleisch und Kernen ist recht ausgewogen.
Bischofsmütze Kürbis

Bischofsmütze / Turbankürbis

Diese Kürbisart fällt vor allem durch ihre lustige, eher flache Form auf.
Häufig ist er unter dem Namen "Aladdin" im Handel erhältlich.
Der Turbankürbis ist sowohl dekorativ, als auch schmackhaft. Sie Fruchtfleisch ist leicht mehlig und schmeckt mild süßlich. Es handelt sich grundsätzlich um einen sehr harten Kürbis, der nur schwer zu zerteilen ist. Aufgrund seiner Form ist es auch nicht ganz einfach das Fruchtfleisch von der Schale zu trennen, insgesamt besitzt er eher weniger Fruchtfleisch.
Er erreicht etwa 1 – 1,5kg zum Erntezeitpunkt.
Halloween Kürbis

Halloween-Kürbis

Der Halloween-Kürbis ist sicherlich ein Klassiker unter den Kürbissen, aus dem Ende Oktober für die Herbstdekoration gerne Kürbisgesichter geschnitzt werden.
Dabei handelt es sich aber nicht um eine spezifische Kürbissorte und manchmal werden unter dieser Bezeichnung auch nicht genießbare Kürbisse angeboten. Üblicherweise werden allerdings die Sorten Ghost Rider oder Howden als Halloweenkürbisse angeboten und diese sind problemlos essbar.
Um sicher zu gehen, sollte beim Kauf aber immer darauf geachtet werden, ob sich der Hinweis „Nicht zum Verzehr geeignet“ an der Ware findet. Denn Mitunter kann sonst ein Zierkürbis im Einkaufswagen landen – im Lebensmittelhandel ist die Gefahr zwar gering, aber genaues Hinschauen ist empfehlenswert.

 

Vorsicht bei bitterem Geschmack!

Im Zweifel gilt bei allen Kürbisarten: Der Geschmackstest entscheidet!
Schmeckt der Kürbis bitter, sollte er nicht verzehrt werden. Verantwortlich für den bitteren Geschmack sind die Cucurbitacine.
Dabei handelt es sich um Bitterstoffe, die durch ihre toxische Wirkung folgende Symptome auslösen können:

  • Übelkeit
  • Bauchkrämpfe
  • Durchfall
  • Erbrechen

 

Beim Verzehr größerer Mengen können auch Schäden an der Darmschleimhaut entstehen.

Aus den im Handel angebotenen Speisekürbissen wurden diese Bitterstoffe herausgezüchtet, indem das Gen der Cucurbitacine ausgeschaltet wurde und damit sind sie uneingeschränkt genießbar.
Auch beim Eigenanbau ist Vorsicht geboten! Es ist möglich, dass durch unterschiedliche Faktoren das Cucurbitacin-Gen wieder aktiviert wird und die Früchte somit bitter werden. In diesem Fall gehört ein Kürbis leider in den Müll. Das gilt auch für Kürbisse aus wildem Wuchs.

 

Wie erkenne ich einen reifen Kürbis?

Man hört es! Klopft man auf einen Kürbis, sollte er sich leicht hohl anhören.
Daneben ist auch der Stil ein Merkmal für den Reifegrad. Er sollte holzig getrocknet sein, dann können auch keine Keime in das Innere gelangen.

 

Roh oder gekocht?

Alle zum Verzehr geeigneten Kürbisse dürfen grundsätzlich roh im Napf landen.
Die Verarbeitung kann allerdings erleichtert werden, wenn der Kürbis leicht angedünstet wird. Je nach Sorte ist das Fruchtfleisch mehr oder weniger hart – das schafft nicht jede Küchenmaschine. Leicht angegart wird Kürbis deutlich weicher und kann somit problemlos püriert werden.
Komplett gedünstet wäre es natürlich auch möglich, den Kürbis stückig zu verfüttern.

 

Lagerung

Ganze, reife Kürbisse sind bei richtiger Lagerung mehrere Monate bis zu einem Jahr haltbar. Dafür ist eine trockene und am besten lichtgeschützte Lagerung bei Temperaturen zwischen 10 - 15° empfehlenswert.
Zum Einlagern sollte der Kürbis nicht gewaschen werden, zudem sollten nur Kürbisse ausgewählt werden, die eine unversehrte Schale haben. Am besten eignen sich für die Lagerung Holzkiste, weil hier die Luft zirkulieren kann. Es empfiehlt sich die eingelagerten Kürbisse hin und wieder zu wenden.

 

 

Kürbiskerne

 

Kürbiskerne – bitte nicht wegwerfen!

Jede Kürbisart hat mehr oder weniger Kerne. Wurde der Kürbis verarbeitet, können die Kürbiskerne ganz einfach getrocknet und auch verfüttert werden. Denn auch die Kerne von Kürbissen enthalten wertvolle Nährstoffe wie Magnesium, Zink und Selen und sind gerne Teil natürlicher Entwurmungsmethoden.
Zum Trocknen sollten die Kürbiskerne vom Fruchtfleisch vollständig befreit werden, da sonst Schimmelgefahr besteht. Anschließend werden die Kerne in einem Sieb mit Wasser abgespült und können dann auf einem Blech ausgebreitet, entweder für ca. 30 Minuten bei 150° im Backofen oder mehrere Tage an der Luft getrocknet werden.
In kleinen Mengen bereichern sie so die Ration. Bitte unbedingt zerkleinert zum Futter geben, da sonst keine Verwertung möglich ist – also entweder mörsern oder mit dem Gemüse und Obst pürieren.