Die Morosuppe

06.09.2018 15:42

 

Die Morosche Karottensuppe ist eines der wirksamsten alten Hausmittel bei Durchfallerkrankungen.
Lange Zeit war die Moro-Suppe in Vergessenheit geraten. Dabei ist sie sehr einfach mit wenigen Zutaten herzustellen und auch ganz einfach anzuwenden – obendrein ist die Morosuppe eines der wirksamsten Hausmittel bei Durchfällen.

Geschichtliches zur Moro-Suppe

Der Ursprung dieses Hausmittels geht zurück bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts. Der österreichische Kinderarzt, Professor Ernst Moro, entwickelte das Rezept für die Karottensuppe aus alten Hausmitteln während seiner Tätigkeit als Oberarzt in einer Kinderklinik und diente auch als Namensgeber für die Suppe. Ab um das Jahr 1908 setzte er die Suppe als Durchfallmittel bei Kindern ein – mit bahnbrechenden Erfolgen! Die Sterbe- und Komplikationsrate bei Durchfallerkrankungen konnte drastisch gesenkt werden.
Leider geriet dieses wirksame Hausmittel aber mehr und mehr in Vergessenheit, was nicht zuletzt der Entwicklung von Antibiotika und gezielten Durchfallmedikamenten zugeschrieben werden muss.
Heute ist die Morosuppe vorrangig noch im Tierbereich populär. Jedoch auch im Humanbereich kommt die Suppe wieder in Erinnerung. So kam die Morosuppe als mögliche Unterstützung bei EHEC wieder ins Gespräch.

 

Morosuppe

Wirkweise der Möhrensuppe

Das Geheimnis sind die Oligosaccharide, die durch die lange Kochzeit entstehen. Dabei handelt es sich um kleine Zuckermoleküle, die den Darmrezeptoren stark ähneln. Damit werden die Durchfallerreger ausgetrickst: Sie docken nicht mehr an die Darmrezeptoren, sondern an die Oligosaccharide an und werden damit effektiv über den Kotabsatz aus dem Darm transportiert. Ein positiver Nebeneffekt der Morosuppe ist zudem, dass dem Körper Flüssigkeit und Mineralstoffe zugeführt werden, worauf bei Durchfallerkrankungen bekanntermaßen Wert gelegt werden sollte.

 

Das Rezept

Zur Herstellung der Morosuppe werden nur wenige Zutaten benötigt:

 

500g frische Karotten
1 gestrichener TL Salz
Wasser


Die Zubereitung ist ganz einfach, sollte jedoch strikt befolgt werden:

Die Karotten waschen und kleinschneiden und mit ca. 1 Liter Wasser aufkochen. Anschließend 60 – 90 Minuten köcheln lassen. Nach der Kochzeit wird alles fein püriert und mit Wasser zu einer Gesamtmenge von 1 Liter aufgefüllt. Hierzu kann abgekochtes Wasser verwendet werden, um allgemein die Keimbelastung zu reduzieren. Ganz zum Schluss wird das Salz (z.B. Himalayasalz oder Meersalz) zugefügt und untergerührt.
Wichtig ist die lange Kochzeit! Nur dann entstehen die wichtigen Oligosaccharide, die entscheidend für die Wirksamkeit der Suppe sind.
Ebenso wichtig ist wirklich frische Karotten für die Zubereitung der Suppe zu verwenden. Karottenpellets oder getrocknete Karottenwürfel haben nicht denselben Effekt.
Es ist nicht nötig, die Karotten vor der Zubereitung zu schälen, abwaschen genügt.


Auch im Thermomix lässt sich die Morosuppe sehr gut zubereiten. Die Grundzutaten bleiben dabei gleich. Die zerkleinerten Möhren werden mit 1 Liter Wasser in den Mixtopf gegeben. Bei 100° (Varoma) auf Stufe 1 für mindestens 90 Minuten kochen. Im Anschluss an die Kochzeit wird alles 15 Sekunden auf Stufe 8 - 10 püriert. Falls erforderlich, wird die Suppe anschließend mit (abgekochtem) Wasser bis zur 1 Liter Marke im Mixtopf aufgefüllt. Zum Schluss das Salz (z.B. Himalayasalz oder Meersalz) zugeben und nochmals durchrühren lassen.

Anwendung

Gefüttert wird die Morosuppe am besten bei Zimmertemperatur bis lauwarm, in mehreren kleinen Portionen täglich. Am besten startet man damit gleich zu Beginn der Durchfallerkrankung, dann ist die Wirkung am besten. Wird nach einer Durchfallerkrankung die normale Fütterung wieder schrittweise aufgebaut, darf die Suppe gerne noch weiter zur Unterstützung des Darms als pflanzlicher Anteil weiter gefüttert werden.

Die Akzeptanz der Suppe ist bei Hunden meist sehr gut, Katzen sind eher kritischer. Damit die Suppe besser angenommen wird, darf gerne ein Stück mageres Huhn mitgekocht werden. Zur Not muss die Morosuppe direkt mit einer Spritze ins Maul gegeben werden.

Wenn sich keine rasche Besserung einstellt, sollte zwingend ein Tierarztbesuch erfolgen. Besonders bei sehr jungen oder alten Tieren, und auch (chronisch) kranken Tieren sollte auf eine rasche Linderung der Symptome geachtet werden. Diese Informationen ersetzen keine tierärztliche Behandlung.

 

Tipp!

Die Morosuppe lässt sich ganz wunderbar auf Vorrat zubereiten!
Dazu einfach dem Rezept folgen und anschließend die abgekühlte Suppe portionsweise einfrieren. Auch nach dem Einfrieren bleibt die volle Wirkung der Suppe erhalten. So hat man immer eine Portion griffbereit.