Natürliche Zeckenabwehr

18.03.2019 16:03

Kaum werden im Frühjahr die Temperaturen milder, werden sie auch schon wieder aktiv: Zecken.
Da die Plagegeister eine ganze Reihe von teilweise schlimmen Erkrankungen übertragen können, sind sie natürlich vor allem bei Hunde- und Katzenhaltern extrem unbeliebt.
Im Handel ist eine Reihe von Spot ons, Halsbändern oder Sprays gegen Zecken erhältlich, seit einigen Jahren werden sogar orale Anti-Parasiten-Mittel angeboten. Immer mehr Hundehalter möchten jedoch weg von den „Chemiekeulen“ und möglichst auf natürliche Art und Weise Zecken abwehren.

Zecke

Zeckenbefall ist individuell

Wie ausgeprägt der Zeckenbefall bei einem Tier ist, hängt durchaus mit dem Wohnort zusammen.
In ländlichen Gebieten, vor allem nahe am Wald, haben Hunde tendenziell mehr mit Zecken zutun als bei einem Spaziergang im Stadtpark.

Auch die allgemeinen Gewohnheiten des Hundes, ob er sich beim Spaziergang etwa mehr auf den Wegen aufhält oder lieber ausgiebig durch das hohe Gras flitzt, spielt natürlich eine Rolle bei der Befallsstärke mit Zecken.

Daneben ist auch nicht jeder Hund gleichermaßen attraktiv für Zecken.
Während der eine Hund ein wahres Zeckenmagnet ist, kann ein anderer Hund im selben Gebiet kaum Zecken haben. In diesem Zusammenhang gibt es immer wieder Diskussionen darum, ob die Fellfarbe eine Rolle dabei spielt, wie stark ein Hund von Zecken befallen wird. Eine wirkliche Bestätigung gibt es dafür aber nicht.

In einer Studie der FU Berlin (https://vetline.de) aus dem Jahr 2010, für die Fragebögen von 670 Hunden ausgewertet wurden, zeigte sich vor allem Zusammenhänge zwischen der Hundegröße, dem Alter, der Felllänge und den Auslaufgewohnheiten:

  • Kleinere Hunde hatten weniger häufigen Zeckenbefall als Hunde über 30cm Körpergröße
  • Hunde im mittleren Alter waren häufiger betroffen als sehr junge oder ältere Hunde
  • Langhaarige Hunde wurden stärker von Zecken befallen als kurzhaarige Rassen und
  • Auslaufgebiete im städtischen Umfeld bergen ein geringeres Risiko als ländliche Gebiete


In über 70% der ausgewerteten Fragebögen wurde angegeben, dass prophylaktische Maßnahmen gegen Zecken getroffen werden – sowohl natürliche Maßnahmen, als auch mit zugelassenen Arzneimitteln.
Es wird also deutlich, dass die Befallsstärke und -häufigkeit von vielen Faktoren abhängig ist und nicht jede präventive Maßnahme gleichermaßen bei jedem Tier den gewünschten Erfolg verspricht.

Natürliche Zeckenabwehr ist gefragt

Immer mehr Tierhalter wünschen sich eine natürliche Zeckenprophylaxe um ihren Vierbeiner vor den Blutsaugern zu schützen, chemische Präparate finden mehr und mehr Ablehnung. Spätestens seit Einführung der Anti-Zecken-Tablette ist dieses Thema wieder sehr stark aufgeflammt. In Foren und sozialen Netzwerken finden sich unzählige Berichte über teils schlimme Folgeerscheinungen, die von den Betroffenen mit der Anwendung von derartigen Tabletten in Verbindung gebracht werden.
Somit sind viele Hunde- und Katzenhalter auf der Suche nach unbedenklichen und wirksamen Mitteln um ihren Vierbeiner vor Zecken zu schützen.

Hoch im Kurs sind dabei natürliche Mittel, sei es zur äußeren und innerlichen Anwendung.
Doch Vorsicht: Nicht jedes natürliche Mittel ist auch gleich völlig unbedenklich!
Nachfolgend möchten wir die bekanntesten, natürlichen Maßnahmen zur Zeckenabwehr vorstellen.

Kokosöl

Zur Zeckenabwehr kommt das Kokosöl äußerlich zum Einsatz. Das Fell des Tieres wird damit eingerieben, besonders solche Körperstellen, an denen sich Zecken gerne festsaugen, wie Achseln, Bauch, hinter den Ohren.
Die im Kokosöl enthaltene Laurinsäure soll abschreckend für Zecken sein. Es sollte daher Kokosöl mit möglichst hohem Laurinsäuregehalt verwendet werden. Sie besteigen zwar ihren potentiellen Wirt, sollen sich aber häufig wieder fallen lassen, wenn sie das Kokosöl wahrnehmen, bevor sie sich festsaugen.

Die äußerliche Anwendung von Kokosöl birgt keine Risiken. Manche Tiere stresst die Anwendung allerdings sehr, da sie Stunden damit beschäftigt sind, das Kokosöl vom Fell abzulecken. Das mag für den Menschen witzig erscheinen, kann für das Tier aber durchaus belastend sein.

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Schwarzkümmelöl

Spätestens seit „Jugend forscht“ 2014 ist Schwarzkümmelöl zur Zeckenabwehr in aller Munde. Unter das Futter gemischt soll es Zecken fernhalten, sie saugen sich erst gar nicht am Tier fest. Obwohl Schwarzkümmelöl völlig natürlich ist, birgt es jedoch auch Risiken und gesicherte Erkenntnisse gibt es kaum. Es wurden zwar zahlreiche Studien durchgeführt, diese sollten aber durchaus differenziert betrachtet werden. Zum einen wurden diese Studien hauptsächlich an Mäusen und Ratten durchgeführt, wie weit die Ergebnisse damit auf Hund und Katze übertragbar sind, ist also fraglich. Zum anderen wurden meist nur die Wirkung einzelner Inhaltsstoffe des Schwarzkümmelöls untersucht, nicht aber das komplette Zusammenspiel der einzelnen Stoffe. Die Studien können somit nur Anhaltspunkte, aber keine gesicherten Erkenntnisse liefern.
Aufgrund der enthaltenen ätherischen Öle in nicht geringer Konzentration, wird Schwarzkümmelöl über die Leber abgebaut. Somit kann es durch die Anwendung von Schwarzkümmelöl zu einer unbeabsichtigten Belastung der Leber kommen. Konkrete Aussagen, ab welcher Dosierung und Anwendungsdauer Schwarzkümmelöl für die Leber ein Problem wird, gibt es nicht.
Bei Katzen sollten ätherische Öle ohnehin nicht zur Anwendung kommen, weder äußerlich noch innerlich. Ebenso bei Hunden, die ohnehin schon eine geschädigte Leber haben, kann nur der Rat erfolgen auf den Einsatz von Schwarzkümmelöl zu verzichten.

B Vitamine

Der gezielten Zufuhr von B Vitaminen wird der Effekt zugesprochen, den Körpergeruch dahingehend zu verändern, dass er unattraktiv für Parasiten wird. Durch B Vitamine soll der Hautstoffwechsel angeregt werden, was eine Veränderung des Körpergeruchs mit sich bringt.
Dieser Vorgang wird auch im Humanbereich diskutiert, wirklich belastbare Studien gibt es hierzu jedoch keine, da die bisherige Forschung deutlich zu klein angelegt war.
Zur Zufuhr von B Vitaminen werden gerne Vitamin B Komplex Präparate oder auch Bierhefe eingesetzt. Es gibt zahlreiche Berichte von Hundehaltern, die einen massiven Rückgang des Zeckenbefalls angeben, nachdem der Hund regelmäßig Bierhefe unter das Futter gemischt bekam.
Grundsätzlich kann hier gesagt werden: Im schlimmsten Fall hilft es einfach nichts, richtet aber auch keinen Schaden an. Vorsicht ist bei Allergikern geboten, Bierhefe löst bei empfindlichen Hunden gerne Reaktionen aus.

Zistrosenkraut

Zistrosenkraut zur Zeckenabwehr ist nicht ganz so bekannt wie die zuvor genannten Dinge, bekannter ist Cistus incanus in der Naturheilkunde im Zusammenhang mit der Stärkung des Immunsystems. Es wird als Pulver unter das Futter gemischt oder ein Tee hergestellt, der mit dem Futter verabreicht wird. Die Tiere sollen unter der Anwendung von Zistrose resistent gegen Zecken werden. Hierzu findet sich eine kleine private Studie der HeilsamPraxisEsch: www.heilsam-praxis-esch.de
Aber auch hier haben wir wieder eine natürliche Substanz, die nur unter gewissen Voraussetzungen und unter Einhaltung bestimmter Spielregeln angewendet werden sollte.
Cistus incanus enthält hohen Mengen Harze und Gerbstoffe. Dauerhaft angewendet können die Gerbstoffe zu Verdauungsproblemen führen, vor allem bei der Neigung zu Verstopfung ist hier Vorsicht geboten. Harze können wiederum die Leber belasten.
Im Bereich der Phytotherapie gilt daher die allgemeine Empfehlung, Zistrose nicht länger als 4 Wochen am Stück anzuwenden und vor einer erneuten Anwendung mindestens 4 Wochen Pause einzuhalten. Bei bestehenden Leberproblemen ist von der Anwendung abzuraten.

 

Zecken sicher entfernen

Kommt es doch dazu, dass sich eine Zecke festgesaugt hat, ist es wichtig diese sicher zu entfernen. Je früher eine Zecke entdeckt und entfernt wird, umso geringer ist das Risiko für die Übertragung für Krankheiten. Daher sollte das Tier regelmäßig nach den Spaziergängen abgesucht werden. Oft kann so sogar das Festsaugen der Zecken verhindert werden, da man sie noch krabbelnd aus dem Fell entfernen kann.

Hat eine Zecke angedockt, sollte sie möglichst schonend entfernt werden. Das bedeutet, die Zecke sollte so wenig wie möglich gequetscht oder überhaupt „gestresst“ werden und ein zügiges Vorgehen ist zu empfehlen. Zur Zeckenentfernung gibt es zahlreiche Hilfsmittel wie Zeckenzangen, Zeckenkarten, Zeckenhaken, grundsätzlich klappt es aber auch mit einer handelsüblichen Pinzette.

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Das Fell des Hundes wird zur Seite gestrichen um bei der Entfernung der Zecke möglichst keine Haare auszureisen. Das Hilfsmittel für die Entfernung wird so nah wie möglich an der Haut angesetzt und die Zecke mit leichtem, gleichmäßigem Zug aus der Haut gezogen. Es sollte nicht ruckartig an der Zecke gerissen werden, ebenso ist es nicht nötig in eine bestimmte Richtung zu drehen – Zecken haben kein Gewinde ;-)

In keinem Fall sollte die Zecke mit Klebstoff, Öl oder anderen „Hausmitteln“ behandelt werden! Das stresst die Zecke und sie gibt Sekrete in den Körper ab, die potentielle Krankheitserreger enthalten können.

Sollten Teile der Zecke in der Haut stecken geblieben sein, ist das zunächst übrigens nicht dramatisch. In der Regel wachsen diese Teile einfach aus der Haut heraus und damit hat es sich erledigt.

Nach der Entfernung einer Zecke kann der Einstich mit einer milden Desinfektion behandelt werden. Zudem sollte die betroffene Stelle beobachtet werden, egal ob der "Kopf" steckengeblieben ist oder die Zecke komplett entfernt werden konnte. Treten ungewöhnliche Veränderungen an der Bissstelle auf, sollte das Tier im Zweifel einem Tierarzt vorgestellt werden. Auch wenn der Hund oder die Katze nach dem Zeckenbiss sonstige Veränderungen zeigt (wie z.B. Fieber, Abgeschlagenheit) sollte ein Tierarztbesuch erfolgen.

Zecken entsorgen

Bei Zecken handelt es sich um sehr widerstandfähige Tiere.
Sie lassen sich weder einfach mit den Fingern zerdrücken, noch können sie einfach ertränkt werden, wie etwa durch das hinunterspülen im Abfluss.
Hochprozentiger Alkohol, große Hitze (Feuer), oder Zerdrücken mit einem harten Gegenstand sind daher wirkungsvolle Maßnahmen.

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