Grannen

2024-05-14 09:55:00 / Wissenswertes Gesundheit
Grannen - Grannen bei Hunden und Katzen
Die Monate zwischen Juni und September, je nach Witterung aber auch schon früher, gelten als „Grannenzeit“.

Die Gefahren durch Grannen bei Hunden und Katzen sollten nicht unterschätzt werden. Sie können sehr gefährlich werden und nicht unerhebliche gesundheitliche Probleme verursachen.

Was sind überhaupt Grannen?

Grannen sind kleine Pflanzenteilchen, welche die Samenkörner von Getreidearten oder auch Süßgräsern umschließen. Sie haben eine scharfe Spitze, sind in der Regel borstig oder besitzen auch Widerhaken, wodurch sie sich leider bestens in Gewebe eindringen bzw. im Fell oder Körperöffnungen verhaken können.

Steckt die Granne einmal im Körper, kann sie durch ihre Struktur immer weiter ins Gewebe eindringen und durch den Körper wandern. Die Folgen können schmerzhafte Entzündungen oder Verletzungen sein, die unbedingt tierärztlich behandelt werden müssen. Nicht selten ist dann eine Narkose nötig um die Granne zu entfernen. 

Je reifer die Fruchtstände von Getreide und Gräsern werden, umso trockener wird die gesamte Pflanze und Grannen fallen somit sehr leicht ab. Bei Streifzügen durch Wiesen oder Getreidefelder sind Grannen also tatsächlich eine allgegenwärtige Gefahr für Hunde und Katzen. Aber auch herumliegende Grannen kann das Tier sich in die Pfote eintreten.

Gefährdet sind vor allem die folgenden Körperteile:

  • Ohren
    Grannen können leicht in den Gehörgang eindringen und tief hineinwandern, sogar durch das Trommelfell ins Innenohr. Anzeichen für eine Granne im Ohr können sein: Ohrenschütteln, Kratzen am Ohr, Kopfschiefhaltung und Rötungen im Ohr.
     
  • Nase
    Auch in die Nasenlöcher können Grannen eindringen. In diesem Fall kann es zu wiederkehrendem Niesen, Reiben der Nase und Nasenausfluss kommen, der auch blutig sein kann.
     
  • Augen
    Unter den Augenlidern kann eine Granne Bindehautentzündungen auslösen und im schlimmsten Fall die Hornhaut verletzen. Typische Anzeichen können tränende, gerötete Augen sein, Kneifen der Augen, evtl. kommt es zu Schwellungen und Augenausfluss.
     
  • Rachen/Speiseröhre
    Oral aufgenommen können Grannen die Rachen und Speiseröhre reizen/verletzen, es kommt zu Husten und eventuell Würgen. Auch Schluckbeschwerden und Erbrechen können auftreten. Wandert die Granne in den Magen, kann sie auch dort Entzündungen auslösen.
     
  • Pfoten
    Besonders in den Zwischenzehenräumen können sich Grannen gut einbohren und in die Pfote wandern. Humpeln, Belecken der Pfoten oder Schwellungen an der Pfote können auf eine Granne hindeuten.

Wie kann ich mein Tier vor Grannen schützen?

Es wird nicht möglich sein ein Tier komplett vor Grannen zu schützen. Besonders bei Katzen, die ihren Freigang alleine genießen, haben wir keinen Einfluss wo sie herumstreifen. Daher ist es wichtig, sich der Gefahr bewusst zu sein und Anzeichen deuten zu können.

In jedem Fall sollten Grannen umgehend entfernt werden, sobald sie entdeckt wurden. Steckt die Granne bereits tief und lässt sich nicht einfach entfernen, sollte dazu ein Tierarzt aufgesucht werden. Nur dann ist sichergestellt, dass die Granne restlos entfernt wurde.

Regelmäßige Kontrollen, bei Hunden nach jedem Spaziergang, bei Katzen nach dem Freigang, sollten immer erfolgen. Besonders die Ohren, Pfoten und Ballenzwischenräume, sowie die Augen sollten auf Grannen oder Anzeichen für eine Granne untersucht werden.

Beim Spaziergang mit Hunden sollten ungemähte Wiesen gemieden werden, aber auch in Getreidefeldern sollte der Hund nicht herumstreifen.

Nach 30 Jahren Hundehaltung die erste Granne

In Gesprächen hört man immer wieder, es hätte noch nie Probleme mit Grannen bei den eigenen Tieren gegeben, teilweise wird die Gefahr deshalb heruntergespielt und somit unterschätzt.
Auch wir gehörten 30 Jahre lange zu den Hundehaltern, die noch nie ernsthaft mit Grannen zutun hatten, nur mit solchen, die irgendwo an "ungefährlichen" Stellen im Fell steckten. Dann plötzlich, kam es bei unserer Hündin bei einem Spaziergang zu einem geröteten, leicht tränenden Auge, nachdem sie ihren Kopf in eine Wiese gesteckt hatte. Von außen nichts sichtbar, entdeckte ich nach dem Verschieben der Augenlider zum Glück aber sofort das Ende der Granne. Und ebenso Glück war, dass ich Hilfe zu Hand hatte und wir die Granne an Ort und Stelle sofort aus dem Auge holen konnten. Dabei spürte man deutlich, wie die Granne mit ihren Widerhaken an der Hornhaut haftete.
Eine pfeilförmige Granne, ca. 3cm lang, kam zum Vorschein – so ein großes Teil, das innerhalb von Sekunden unter dem Augenlid verschwunden sein musste.

So schnell wie das Auge gereizt war, beruhigte es sich dann zum Glück auch wieder nachdem die Granne entfernt war. Sicherheitshalber wurde aber trotzdem noch ein Fluoreszeintest durchgeführt und es wurde glücklicherweise keine Schädigung der Hornhaut entdeckt.


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